Wenn am zweiten Oktoberwochenende in Großschönbrunn Kirwa gefeiert wird, stehen Tradition, Gemeinschaft und die Jugend im Mittelpunkt. Auch in diesem Jahr wurde die Kirchweih mit viel Engagement und zahlreichen Besuchern gebührend gefeiert. Besonders beeindruckend war die große Zahl an Kirwapaaren: Insgesamt 24 Paare zogen gemeinsam in die Pfarrkirche St. Johannes ein und zeigten eindrucksvoll, wie lebendig das kirchliche und gesellschaftliche Brauchtum im Ort ist.
Für die Kirwabuschen begann der Samstag bereits in den frühen Morgenstunden. Ihre erste Aufgabe war es, den Kirwabaum zu schlagen und ins Dorf zu bringen. Dort wurde die 38 Meter hohe und 2,8 Tonnen schwere Fichte festlich verziert und mit den Kränzen geschmückt, die die Kirwamoidln bereits einige Tage zuvor mit viel Fleiß gebunden hatten. Anschließend wurde der prächtige Baum aufgestellt und bildete damit einen weithin sichtbaren Mittelpunkt des Kirwawochenendes.
Eine echte Kirchweih
Mit einem feierlichen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes begannen die offiziellen Festlichkeiten. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer i. R. Msgr. BGR Hans Amann. Bereits beim Einzug in das Gotteshaus wurde deutlich, wie stark die Großschönbrunner Jugend vertreten ist. Vor dem liturgischen Dienst reihte sich eine lange Schlange von insgesamt 24 Kirwapaaren ein. Pfarrer Amann begrüßte die Jugendlichen herzlich und zeigte sich sichtlich beeindruckt und stolz, mit einer so großen Schar junger Menschen in die Kirche einzuziehen.
In seiner Begrüßung ging er auf die eigentliche Bedeutung des Wortes „Kirwa“ ein. Heutzutage werde der Begriff häufig auch für andere Veranstaltungen verwendet, etwa für eine Erdäpfelkirwa oder eine Sportheimkirwa. Dabei handle es sich jedoch nicht um eine Kirchweih im eigentlichen Sinn. In Großschönbrunn werde dagegen eine „echte Kirwa“ gefeiert: Die Kirchweih der Pfarrkirche St. Johannes, bei der man sich an die Weihe des Gotteshauses erinnere.
Die Lesung und die Fürbitten wurden von den Kirwamoidln und Kirwabuschen übernommen und unterstrichen damit die enge Verbundenheit der jungen Generation mit dem kirchlichen Fest. Zum Ende des Gottesdienstes lud Justin Ströhl im Namen der KLJB die gesamte Bevölkerung ein, gemeinsam mit den Kirwaleuten im Pfarrstodl weiterzufeiern. Dieser Einladung folgten die Großschönbrunner gerne und zahlreich, sodass die Feierlichkeiten in geselliger Runde fortgesetzt werden konnten.
Traditionelle Tänze und ein neues Oberkirwapaar
Auch der Sonntag stand ganz im Zeichen des überlieferten Brauchtums. Am Nachmittag machten sich die Kirwaburschen mit einem historischen Traktor und einem Wagen auf den Weg, um ihre Kirwamoidln einzuholen. Anschließend zogen die Paare gemeinsam auf den Dorfplatz ein, wo bereits zahlreiche Zuschauer gespannt auf die einstudierten Kirwatänze warteten.
Mit ihren Auftritten sorgten die Kirwaleute für beste Unterhaltung und zeigten, mit wie viel Einsatz die Tradition in Großschönbrunn gepflegt wird. Ein besonderer Höhepunkt war schließlich die Kür des neuen Oberkirwapaares. Magdalena Heuberger und Felix Willax dürfen diesen Titel nun tragen und die Kirwa-Tradition als Oberkirwapaar repräsentieren.
Ausgelassener Ausklang am Montag
Auch am Montag war die Kirwa noch lange nicht vorbei. Noch einmal wurde ausgiebig gefeiert, während der Kirwabär durchs Dorf getrieben wurde und für einen weiteren Höhepunkt des Festes sorgte. Mit der abschließenden Verlosung gingen schließlich ereignisreiche Kirwatage zu Ende.







(Text und Fotos: Stephanie Lederer)