Pfarreiengemeinschaft Freihung-Großschönbrunn, darunter Feuerwehren und Vereine, nahmen Abschied von Bischöflichem Geistlichen Rat Pfarrer Bernhard Huber in der Dreifaltigkeitskirche und am Priestergrab

Die Redner würdigten den mit 73 Jahren nach zuletzt schwerem Weg Heimgegangenen als überzeugenden Seelsorger, Vorbild und Ratgeber.

Beim vom Kirchen- und Schützenchor mit Organist Armin Spies musikalisch gestalteten Auferstehungsgottesdienst, den Pfarrer Benny Joseph mit Generalvikar Dr.Roland Batz und Regionaldekan Markus Brunner konzelebrierte, standen am Samstag, 8.Juni, in der bis zu den Emporen gefüllten Dreifaltigkeitskirche mit am Altar die Geistlichen Monsignore Hans Amann (Weiden), Eduard Feichtmeier (Ursulapoppenricht), Ludwig Gradl (Grafenwöhr), Heribert Englhard (Straubing), Pater Josef Brauner(Kloster Metten), Pater Emmeram Brolich  (Heiligenkreuz/Österreich), Norbert Götz (Waldthurn), Christian Kalis (Schwandorf, St.Jakob) und der ehemalige Regens des Priesterseminars, Superior Vinzenz Dachauer. Im Kirchenschiff befanden sich auch die Geistlichen Hans-Peter Heindl und Otto Nachtmann sowie Hubers Kurskollegen Johann Aichinger, Ambros Trummer und Heinrich Zeindlmeier.

„Klein steht der Mensch vor dem großen Geheimnis, Jesus der Weinstock, vergießt sich in den Kelch, an dem der Mensch Anteil erhält. Dieser Kelch des Segens schafft Verbindung zwischen Gott und Mensch.“ Diesen Satz habe Pfarrer Huber vor 45 Jahren auf sein Primizbild drucken lassen, führte Pfarrer Benny Joseph aus. Mit 14 Kurskollegen war er 1978 an den Weihealtar im Dom zu Regensburg getreten und hat aus den Händen von Bischof Dr. Rudolf Graber die Priesterweihe empfangen. Mit seinen Studienkollegen blieb er immer in Verbindung. Pfarrer Benny blätterte im „Lebensbuch“ von Pfarrer Huber mit seinen verschiedenen Absätzen und vielen Kapiteln. „32 Jahre war er, für den schon als 10-Jähriger der Wunsch, Priester zu werden, feststand,  Pfarrer in Freihung und Großschönbrunn. Hier gehörte er einfach her, hier waren seine dienstlichen Wurzeln“. Dieses Priestersein habe Huber mit Leib und Seele ausgefüllt, und es war sein Lebensinhalt. Pfarrer Benny erinnerte mit Beispielen auch an den großen Marienverehrer. Sein Lebensbuch werde nun weitergeschrieben im Himmel, wo Gott für „unseren Bernhard“ längst eine Heimat für immer vorbereitet habe, schloss Benny.

„Wer Pfarrer Huber erleben durfte, hat immer den Guten Hirten erfahren. Er hat die ihm Anvertrauten mit dem Wort Gottes und den Sakramenten ermutigt, gestärkt und getröstet. Ein besonderes Augenmerk legte er auf die Liturgie. Seine prägnanten und zeitgemäßen Predigten erfreuten die Gläubigen weit über die Pfarrgrenze hinaus“ unterstrich Generalvikar Dr. Roland Batz. Nie habe sich Huber in den Mittelpunkt gestellt, sondern den Herrn und seine Botschaft. Mit seiner tiefen Frömmigkeit, bescheidenen Lebensweise und seinem Humor war er ein glaubwürdiger Repräsentant des Herrn, ein überzeugter und überzeugender Seelsorger, der seinen Dienst stets in Treue zum Bischof und zur Kirche verrichtete. Nicht zuletzt sei ihm auch das gute Miteinander zu den evangelischen Christen, die Ökumene, ein Anliegen gewesen. Batz sagte im Namen der Diözese, von Bischof Rudolf und persönlich ein aufrichtiges “Vergelt“s Gott!“ für die insgesamt 46 Jahre seines priesterlichen Wirkens. 

DIE KIRCHE WAR SEIN WOHNZIMMER 

Kirchenpfleger Eduard Neydert: „BGR Huber hat all seine Kraft, seine Talente und Fähigkeiten in den Dienst der Menschen gestellt und diese in allen freudigen und traurigen Stunden begleitet. Durch seine offene Art, seine treffenden Predigten, seine Ernsthaftigkeit aber auch seine humorvolle Art hat er die Menschen mitgenommen, war er als Ratgeber sehr gefragt und als Mensch sehr beliebt.“  Auch die Kinder des Kindergartens St. Marien waren „seine Kinder“ und er  bezeichnete sie immer als „Meine Freunde“. Huber hat auch als großer Marienverehrer den Fatimatag wieder belebt und die Fronleichnamsprozession wieder ins Bewusstsein gerückt. Auch auf das Aussehen und den Zustand der kirchlichen Gebäude hatte er immer ein Augenmerk. Als größere Baumaßnahmen nannte hier Neydert den Neubau des Pfarr- und Jugendheims, die Generalsanierung des Kindergartens und die Renovierung der Pfarrkirche, die er stets als sein Wohnzimmer betrachtete. Für Großschönbrunn waren es u.a. Innen- und Außenrenovierung der Pfarrkirche, Sanierung der Kreuzwegstationen sowie Umbau des Pfarr- und Jugendheims.

DER TRÄGER DER BÜRGERMEDAILLE IN SILBER

Vom sprichwörtlich „guten Geist“ und Vorbild in jeglicher christlicher Hinsicht, der jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stand, sowie vom Motor zahlreicher Projekte in den Kirchengemeinden sprach Bürgermeister Uwe König. Mit dem Bekenntnis „Dou in Freing bin i daham“ habe sich Pfarrer Huber als echter Freihunger mit ganzem Herzen mit der Marktgemeinde identifiziert. Eines seiner größten Anliegen war der Bau und die Einweihung der Christophorus-Kapelle in Weickenricht. In Anerkennung seines herausragenden Wirkens wurde ihm im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit am 18. Juli 2021 die Bürgermedaille in Silber verliehen.

AUCH VEREINE TRAUERN IN GROSSER DANKBARKEIT

„Der Lebensweg eines lieben Menschen ist beendet. Unser Herz ist erfüllt von Schmerz, aber auch von Dankbarkeit, weil wir einen Teil seines Weges mit ihm gehen durften.“ Mit diesen Verszeilen beschrieb Gerhard Lehner die Gefühle der Schützengesellschaft „Gut Ziel“ Seugast und besonders der Sänger des Schützenchors nach der Todesnachricht des langjährigen Seelsorgers und Vereinsmitglieds. „Ihm war es immer eine große Freude, gemeinsam mit dem Chor und der Seugaster Stubenmusik, außergewöhnliche Gottesdienste zur Freude der Kirchenbesucher und zur Ehre Gottes zu gestalten. Besonders am Herzen lag ihm dabei das Patrozinium seines Lieblingsortes, der Christophorus-Kapelle.“ Mit einem Gebet sagte Lehner im Namen der Sänger und Vereinsführung ein herzliches „Vergelt`s Gott!“

WERTSCHÄTZUNG AUCH BEI DEN FEUERWEHREN

Sie könne sich noch gut erinnern, als 1988 ein junger Mann den Weg zur Seugaster Schule hochkam, sagte Vorsitzende Isolde Schmidt. „Wir hatten gerade auf der Schulwiese alles für die festliche Fahrzeugweihe hergerichtet. Er stellte sich als neuer Pfarrer vor. So war die Weihe unseres neuen TSF die erste offizielle Amtshandlung von BGR Huber. Er begleitete uns bei vielen Jubiläen und Festen und freute sich besonders, als wir in Seugast 2003 einen jährlichen Florianstag mit vorausgehendem Gottesdienst integrierten. Danke, dass Sie bei uns waren“, sagte Schmidt dem Mitglied der Wehren Seugast und Großschönbrunn.

BGR Huber war auch seit 2006 in Freihung und seit 2009 in Thansüß Mitglied der Feuerwehr. „Er kam immer zur Einsatzstelle, spendete das Sterbesakrament und kümmerte sich um die Einsatzkräfte. Sein Zuspruch und Trost vor Ort war für unsere Kameraden eine große Hilfe.“ Für diese stetige Bereitschaft und Unterstützung bei jeder Witterung sagte Vorsitzender Karl Luber von Herzen „Vergelt`s Gott!“ Nach der Niederlegung von Blumenschalen intonierten Alois Trettenbach und Andreas Kredler das Feierabendlied.

Die Geistlichen am Altar

Prieser beim Hochgebet

Der Sarg auf dem Weg zum Grab

Begräbnis Bischöflicher Geistlicher Rat Pfarrer Bernahrd Huber

Text und Bilder: Siegfried Bock