Mit einem Festgottesdienst wurde am Samstag, 10. Januar, die Benediktion ihrer Filialkirche St. Josef vor 90 Jahren in Dankbarkeit gefeiert. Schneefall und Glätte hielten nur wenige von der Teilnahme ab. Auch Landrat Richard Reisinger hatte trotz eines weiteren Termins die Anfahrt nach Tanzfleck nicht gescheut, um bei der Feier zum 90-jährigen Kirchenjubiläum dabei zu sein.

 „Ein Haus voll Glorie schauet“ sangen die Besucher des Festgottesdienstes, unter ihnen auch die drei Ortsvereine und Vertreter der politischen Gemeinde sowie der kirchlichen Gremien, zu dem sie Pfarrer Benny mit „Grüß Gott miteinander“ willkommen hieß. Am Altar stand der Geistliche zusammen mit dem Hauptzelebranten Dekan Thomas Helm (Amberg) und dem gebürtigen Tanzflecker, Monsignore Hans Amann (Weiden).

 Dekan Helm ging in seiner beeindruckenden wie ermutigenden Ansprache auf das „Haus aus lebendigen Steinen“, wie es der erste Petrusbrief beschreibt, ein,  und richtete gleich seine ganz herzliche und eindringliche Bitte an die Gottesdienstbesucher: „Füllen Sie diese Kirche weiterhin mit Gebet und Gesang und machen Sie sie dadurch zu einem Haus Gottes, in dem er von den Menschen angerufen wird und in dem er gegenwärtig ist!“ Und er fügte hinzu: „ Es sind die glaubenden und betenden Menschen, die sich darin versammeln zum Lobpreis Gottes, zur Feier der Sakramente, allen voran die Eucharistie, und die auch alleine zum persönlichen Gebet hier her kommen.“

 DER  HEILIGE JOSEF IST VORBILD

Dabei nahm Helm den Patron dieser Kirche als „Mann nicht der Worte, sondern der Tat“ in den Fokus, der ihn immer wieder fasziniere und heutigen Gläubigen ein Vorbild sein könne.

 IN UNS HINEINHÖREN

 „Wir müssen wieder sehr viel mehr Hörende werden, in uns hinein hören, so wie Josef. Nur so können wir die Stimme Gottes hören.“ Helm schilderte auch, wie schwer es heute geworden sei, wo von früh bis spät über den Bildschirm gescrollt werde und die digitale Welt uns immer öfter davon abhält, statt - wie Josef mahnt-  den Blick auf unser Herz zu richten.“ Helm betonte weiter: „Vielleicht ist es genau das große Problem unserer Zeit, dass wir taub geworden sind für den Ruf Gottes, der stets ganz leise und nur in der Stille des Herzens zu hören ist, denn dieses ist die Resonanzkammer unseres Glaubens und der Begegnungsort mit Gott.“

 Der Dekan warf noch einen Blick auf das gleichzeitige Fest der Taufe Jesu, welches die Weihnachtszeit abschließt und uns zurück in den Alltag führt.  Was die Stimme aus dem Himmel zu Jeus sagte, das habe Gott in der Taufe auch zu uns gesprochen. „Aus dieser Zusage du bist geliebt und gewollt, du gehörst zu mir, an dir habe ich Wohlgefallen dürfen wir unter Gottes Segen als seine Kinder unseren Weg im neuen Jahr 2026 gehen.“ Mit diesen aufmunternden Worten wünschte der Amberger Dekan der ganzen Pfarreiengemeinschaft immer wieder das Bewusstsein und die Dankbarkeit „für die Gotteskindschaft, Freude am Glauben, um weiterhin hier in der Kirche zusammenzukommen, und darin Mut, Bestärkung, Zuspruch und neue Kraft für die Aufgaben und Herausforderungen im Leben bekommen und hier immer wieder erfahren dürfen: Wer glaubt, ist nie allein!“

 Der stimmlich ausgewogene Freihunger Kirchenchor unter Christine Meier und Armin Spies am Keyboard gab der Jubiläumsfeier, die mit dem Segen und „Großer Gott, wir loben dich“ endete,  mit dem Lobpreis aus der „Cäcilien-Messe“ dem Papstlied und dem Satz „Ich danke meinem Gott von ganzem Herzen“ von Klaus Heizmann ein würdiges Gepräge.

 DANKSAGUNG DES GEMEINDEPFARRERS

 Zum Abschluss des festlichen Jubiläumsgottesdienstes dankte Pfarrer Benny Joseph allen ganz herzlich, die zum Gelingen dieses besonderen Tages beigetragen haben. „Lieber Dekan Thomas Helm: Ihre Worte haben uns berührt und bestärkt“ wurde mit großem Beifall quittiert. Ein Dankeschön galt auch Monsignore Amann, dem Ministranten-Geschwisterpaar Anja und Michael Negel, den Mesnern Hans Schmidschneider und Karin Ertl, Letzterer auch für den Blumenschmuck. Ein „Vergelt`s Gott!“ ging an den Kirchenchor mit Armin Spies sowie an alle Helfer*innen, die im Hintergrund mit viel Herzblut zum Gelingen dieses Jubiläums beigetragen und alle, die mit gefeiert haben.                                       

DIESEN ORT DER BEGEGNUNG BEWAHREN

 Beim anschließenden Beisammensein im Schützenheim würdigte Erster Bürgermeister Uwe König im Beisein seines Stellvertreters Klaus Siegert und einiger Marktratsmitglieder das damalige mutige Bekenntnis des Glaubens der Menschen, die trotz des herrschenden Naziregimes einen Ort der Zuflucht, des Gebets und der Gemeinschaft gesucht hätten. Königs Botschaft und der Auftrag zum 90-jährigen Weihejubiläum: „Wo scheinbar zunehmend das Recht des Stärkeren zu gelten scheint, brauchen wir erst recht einen Raum der Stille und Begegnung. Lasst uns diesen Ort bewahren, nicht als Museum, sondern als lebendigen Mittelpunkt!“ König bat Gott, dass er weiterhin seine schützende Hand über die Kirche, ihre Gläubigen, Priester und Ehrenamtlichen hält, ehe er an Kirchenpfleger Josef Amann und PGR-Sprecherin Karin Amann das Glaswappen der Marktgemeinde und einen Spendenscheck übergab. Georg Schirbl wagte in seiner Historie die Behauptung, dass es ohne die Volksschule in Tanzfleck wohl nicht zum Bau der Kirche, die in vier Primizen ihre besonderen Höhepunkte hatte, gekommen wäre.

 „90 Jahre – das ist fast wie ein ganzes  Menschenleben. Heute feiern wir diese lange Zeit voller Gemeinschaft, Freude und Glauben“ sagte Pfarrer Benny Joseph im Schlusswort. Er zitierte aus Psalm 90,4: „Für den Herrn sind tausend Jahre wie ein Tag!“ Das erinnere uns daran, dass jede Generation nur ein Teil eines größeren Ganzen ist- und „wir dürfen dankbar sein für das, was unsere Vorväter begonnen haben.“  Unser Dank gelte Gott, der uns durch all die Jahre geführt und gesegnet hat, ebenso denen, die vor uns die Kirche aufgebaut und geprägt haben. Ohne ihren Einsatz wäre dieses Jubiläum nicht möglich.“ Pfarrer Benny dankte ferner dem Schützenverein, Heinz und Olga Schmidt mit Team für den freundlichen Service, Karin Ertl und Karin Amann mit Team für die liebevolle Tischdekoration sowie für  Vorbereitung und Ausgabe des Essens sowie an Bürgermeister König für sein Grußwort. Nicht zuletzt galt ein „Vergelt`s Gott!“ auch allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen dieses Festtags beigetragen haben.

 

 

 

 Bericht und Bilder: Siggi Bock